Not my Triumpf

Heute Morgen hat Donald Trump verkündet, er werde doch nicht die Krankenversicherung Obamas (Obama-Care) einfach so einstellen. Nach seinem Besuch bei Obama im Weißen Haus, gleich am ersten Tag nach seiner Wahl, wäre ihm klar geworden, Kinder müssten dringend weiter versichert bleiben, bei ihren Eltern, sagte er dazu.

Kein Wort mehr über Obamas Unfähigkeit oder Hillarys Inhaftierung. Man hat fast den Eindruck, Trump ist selbst überwältigt davon, dass er nun wirklich das erste Mal im echten Weißen Hause sein durfte, dass alle Republikaner, die ihn vorher für den Teufel hielten, ihm nun hinterherrennen.

Doch seine schon wieder heftigen Tweets gegen die weiterlaufenden Proteste vor seinem Trump Tower haben gezeigt: Narzissmus ist nicht heilbar. Nicht mal durch eine Wahl zum amerikanischen Präsidenten – und was gäbe es mehr zu erreichen, für jemanden, der sich für den Größten hält.

Das Problem der Narzissten ist, wenn sich etwas von ihren Größenwahnvorstellungen dann wirklich mal in der Realität einstellt, kommen sie in eine Art kurze Phase der Instabilität. Ihre Ziele fühlen sich in der Realität nur kurz so an, wie sie es sich erträumt haben. Die immense Energie, aus der narzisstischen Minderwertigkeit, ist plötzlich richtungslos, kommt für einen Moment zum Stehen – um sich dann neue Ziele zu suchen, neue Utopien, die alles sortieren, Hass und Vergoldung wieder klar ins „perfekte Reich des ewigen Morgen“ verschieben.

Doch was macht man als narzisstischer gewählter Präsident der USA? Da es nun mal kein mächtigeres Amt auf Erden gibt und Trump nicht sehr religiös zu sein scheint (da werden sich die konservativ-christlichen Anhänger noch wundern), wird er, der Diagnose des Narzissmus entsprechend, furchtbar unter jeder Form der Kritik leiden. Es gibt keine Flucht mehr in etwas noch Besseres und so wird jeder Protest gegen ihn sein persönliches Problem werden. Seine Tweets, als Reaktion auf weitere Proteste gegen ihn nach der Wahl, zeigen das jetzt schon. Doch was wird geschehen, wenn er die Arbeitsplätze, ja den versprochen Reichtum für all die Abgehängten nicht bringen wird? Wie wird er reagieren, wenn in wahrscheinlich in einem Jahr (spätestens in zweien) Tausende seiner Wähler, tief enttäuscht und voller Hass, gegen ihn auf die Straße gehen werden?!

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