Opfer sollten Frankfurter Allgemeine Zeitung lesen

Die Franfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat heute ein Beilagenheft: „Elitenreport“ steht als Titel darauf und drinnen gibt es allerlei Anlagetipps. Daneben sind Fotos von Anlageberatern abgebildet, die kein Caster hätte besser zusammenstellen können. Vorzugsweise mit Brille und leicht übergewichtig versuchen sie seriös-freundlich in die Kamera zu lächeln, als würde sie den Wohlhabenden dieser Welt damit vermitteln wollen: Habt kein schlechtes Gewissen, ihr habt es verdient mehr zu haben als die anderen, ihr seid die Schlauen, Fleißigen, die überhaupt was bewegen, in dieser Gesellschaft, für die ganzen Schmarotzer mitsorgen.

Direkt im ersten Teil der FAS gibt es dann auch noch einen Artikel, über Torsten Albig. Der ist zwar kein Finanzanlagenberater (obwohl er genauso aussieht), dafür aber genauso verteufelte. Als Ministerpräsident von Schleswig Holstein wurde er letzte Woche abgewählt bzw. abgestraft vom Wähler. Grund: Nicht seine Politik, sondern seine Meinung über die Ehe, also seine Ehe und seine Frau, von der er sich getrennt hatte. In der Zeitung Die Bunte erzählte er dann auch noch, dass sie als Heimchen am Herd mit den Kindern einfach nicht mehr auf Augenhöhe mit ihm war. Dazu schreibt die FAS, dass es auch Ex-Kanzler Schröder so erging und er Ähnliches am Ende seiner vierten Ehe (war es die vierte?) sagte.

Die FAS unterstützt die Alphatiere der Politik in ihrer Lebensführung genauso, wie die Finanzanleger: Männer, die nicht anders können (selbst von der SPD), nimmt man in Schutz, weil auf ihnen sonst immer nur alle, im Zuge politischer Korrektheit, herumgehacken. Erwiesener Maßen besitzen Frauen nur selten eigenes Vermögen und wenn dann zumeist ererbtes. Das liegt wohl daran, dass sie vor lauter Kinderkriegen eben nicht auf Augenhöhe bleiben, weder bei den Finanzen noch in der Beziehung zu ihren Männern.

Frauen sind also wieder (oder immer noch) die Opfer der finanzanlegenden potenten Männer. Fragt sich nur, wer sie dazu zwingt, kein Geld zu verdienen, sich mit Kindern selbst zu verwirklichen und dabei geistig stehen zu bleiben. Es gibt die Pille und Frauen machen seit Jahren häufiger und die besseren Examen. Und wenn sie heiraten, ist zumeist auch schon ein paar Jahre Beziehung und Lebenserfahrung vorhanden und die Karriere des Mannes, sein Alpha-Tier-Gehabe zeichnet sich ab.

Warum heiraten Frauen also nicht Krankenpfleger oder Verwaltungsangestellte und machen dann selbst Karriere, überlassen dem Mann die Kinderpflege? Oder haben Sie schon mal eine FAS Beilage gesehen, wo lauter leicht übergewichtige, bebrillte Frauen nett-seriös sich um Ihr Geld kümmern wollen oder getrennte Politikerinnen-Ex-Männer der Bunte ihr Leid klagten, dass sie nun mal die armen Opfer der Familienplanung sind, während ihre Frauen schuldbewusst bekennen (wie Albig und Schröder), dass sie an der Trennung schuld sind, weil ihre Männer mit dem Kindergedöns nun mal nicht mehr auf Augenhöhe sind?!

Ist es nicht schon eine versteckt Bestätigung der Minderwertigkeit und Ohnmacht von Frauen, stets nur ihnen zur Seite zu springen, anstatt ihnen mal kräftig in den psychologischen Hintern zu treten?! Wer erzählt denn den Töchtern das ewige Märchen von der Hochzeit in Weiß und dem Prinzen, der für einen sorgt? Wieso erzählen Eltern, also auch Mütter, das nicht ihren Söhnen, sondern halten diese dazu an, Karriere zu machen? Wieso wollten diese Frauen, als sie in ihren 20ern auf Männersuche waren und Alphatiere bevorzugten, nicht sehen, dass  Kinder hochgradig die eigene Entwicklung gefährden, Rentenarmut mit sich bringen und die Abhängigkeit von Männern, denen das irgendwann zu dumm wird? (Ausnahmen bestätige die Regel und lesen seltener die FAS.) Warum verschonen wir die Frauen mit der Wahrheit, ihrer Verantwortung für sich und stellen sie dann als Opfer dar?

Hallo Mädels, sucht Euch einen kinderlieben Mann ohne Ambitionen und macht als Finanzberaterinnen Karriere! Dann steht ihr auch nicht irgendwann am Sonntag in der FAS als Opfer, sondern werdet als Top-Investment-Beraterin beworben.

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