Tod als Gerechtigkeit

Maryam Mirzakhani ist tot. Sie ist mit 40 Jahren an Krebs gestorben und hinterlässt eine kleine Tochter. Sie war Professorin für Mathematik an der Standfort Universität und hat als erste und einzige Frau die Fields Medaille bekommen, die höchste Auszeichnung für Mathematiker, auch Nobelpreis der Mathematik genannt.

Immer wenn ich so etwas lese, wird mir klar, wie gottlos und ungerecht diese Welt ist, wie sinnlos und wie sehr wir alles tun und glauben, um dem zu entgehen. Warum stirbt nicht einfach so mal jemand wie Kim Jong-un, Erdogan, Putin, Orban oder Trump? Hirnschlag, Herzinfarkt oder sogar Krebs, wo langsam die Kräfte schwinden und diese Narzissten zusehen müssen, wie ihnen ihre eigene Macht dahinschwindet, maximaler Schmerz, für die, die anderen, Millionen, völlig rücksichtslos und selbstsüchtig Schmerz zufügen, ohne einen Funken Selbstkritik. Sie glauben ganze Völker würden ihnen gehören. Wir Deutschen wissen wohin das führt. Narzisstische Störungen sind das Übel dieser Welt und der schnelle Ausweg wäre erstmal der Tod dieser Menschen.

Immerhin ist Alexander Kaczyński gestorben. Aber wie es der Teufel will, gibt es den zweimal und jetzt treibt sein dummer kartoffelköpfiger Bruder Polen in eine Diktatur, auf demselben Weg, wie Hitler es getan hat, den Kacznski allzugerne den Deutschen vorwirft. Auf Hitler wurden am Ende, als die ganze Schrecklichkeit seiner Weltsicht und Politik schon für Millionen zur tödlichen Realität geworden war, ein Attentat von höchster Stelle ausgeführt. Heute sind die Attentäter Helden, doch sie haben nicht verhindern können, dass weitere Millionen sterben mussten im letzten Kriegsjahr. Alles wegen eines Narzissten, der allen schwelenden Narzissmus angeheizt hat, alle dumme Kleingeistigkeit, allen falschen dämlichen Nationalstolz der Menschen, die sonst zu nichts fähig sind, auf das sie stolz sein können. Allzuschnell springt hier der Funke über, wenn jemand ihn anheizt.

Wer glaubt, man dürfe niemanden den Tod wünschen, der soll bitte sofort mindestens einen Flüchtling aufnehmen, der es durchs Mittelmeer geschafft hat. Wir nehmen ständig den Tod von Tausenden hin, weil wir unser schönes Leben behalten wollen. Warum nicht wünschen, dass die sterben, einfach so tot umfallen, die das schöne Leben Tausender gefährden?! Der plötzliche Tod von Stalin hat Tausenden das Leben gerettet. Ist das also nicht ein gerechter Wunsch?

Wir tun so, als würden wir die Diktatoren-Anwärter mit demokratischen Mitteln bekämpfen können, als würde sich das „schon irgendwie“ wieder regeln. Vielleicht bin ich zu deutsch und meine Familie zu betroffen von der deutschen Geschichte. Aber ich weiß als Psychologin, dass die Monster der falschen nationalistischen Selbsterhebung, die Monster des Größenwahn-Narzissmus nur allzugerne und allzuleicht sich erheben lassen, mit ihren Träumen von eigener Überlegenheit „einfach so“, nur weil man deutsch ist, polnisch, türkisch, ungarisch, russisch oder America first irgendeinen dummen Inhalt braucht und sei es die Zerstörung unserer aller Erde und Klima. Dieser Sehnsucht nach Überlegenheit „einfach so“, aus dämlichen Nationalstolz, setze ich meine Sehnsucht vom plötzlichen Tod „der Richtigen“ entgegen, statt jemand wie Frau Mirzakhani möchte ich, dass es jemanden trifft, dessen Tod die Welt besser macht und nicht ärmer an Genie und Wissen. Ganz einfach, einfach so.

Ein einziger Hirnschlag, ein Tumor oder Herzinfarkt könnte so viel besser machen, wenn es mal die Richtigen träfe. Wie viele mögen das genauso denken und nie sagen. Das frage ich mich.

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