Wohin mit den Begabten?

Es kommen immer noch 10000 Flüchtlinge im Monat nach Deutschland. Es sind nur noch die Wohlhabendsten und Stärksten, die die Sahara, die Lager in Lybien und das Mittelmeer überleben oder die immer teurer werdenden Schlepper in Syrien oder Afghanistan bezahlen können. Doch wir bekommen das nur noch am Rande mit. Die Grenzen und das Elend sind verlagert, nach Griechenland, Italien und Libyen.

Wir wissen, wie privilegiert wir hier sind (außer vielleicht die AfD Wähler und Pegida Demonstranten). Wir schämen uns, aber wir wollen nicht auf unseren Lebensstandard verzichten. (Wir fahren ja sogar die dicken SUVs weiter, obwohl wir unsere eigene Atemluft damit verschmutzen und unser unstetes Klima selbst produzieren.)

53 Milliarden Euro werden jedes Jahr nach Afrika geschickt, von denen, die es nach Europa geschafft haben und mit ihren Hungerlöhnen daheim die Familie unterstützen. Auch in den arabischen Staaten versucht jede Familie einen in Europa zu stationieren, der die anderen versorgt. Oft sind sie ohne Genehmigung hier, geduldet am Rande der Gesellschaft. Und begehen sie Straftaten, wie an Sylvester oder bei Amoktaten, dann fühlen wir uns entlastet von unseren Schuldgefühlen und fordern schnellere Abschiebung. Es sei denn natürlich, der Abgeschobene ist ein bereits deutschsprechender, gut integrierter Schüler. Die Guten, Lernwilligen, Freundlichen können ruhig bleiben. Die mit den Paradies-Vorstellungen, die nur Fordern und nichts tun wollen, nicht mal die Sprache bereit sind zu lernen, sollen gehen.

Die Formel: „Schafft die Fluchtgründe ab“, hat gleich der jahrzehntelangen Formel vom Hunger in Afrika, der zu stillen ist, dazu geführt, dass die nun nicht mehr Hungernden die Schlepper bezahlen können. Und unsere Vorstellung von Demokratie hat das arabische Chaos heraufbeschworen. Und unsere Demokratie funktioniert auch nur, weil sie mit dem Kapitalismus einhergeht, dem Versprechen vom wachsenden Wohlstand. Und den haben wir nur durch die Ausbeutung der armen Länder.

Unser Rechts- und Selbstverständnis ist völlig bigott. Und es scheint keine Lösung zu geben, für unseren  Wohlstand und gegen das Elend.

Vielleicht wäre ein von Europa bezahltes Schulnetz, Universitäten und Handwerksinstitute – flächendeckend – eine Lösung, in all den Ländern, um dort Perspektiven zu schaffen. Und jede Familie würde ihren begabtesten Nachwuchs dort kostenfrei hinschicken – und nicht aufs Mittelmeer, in den Tod oder in Hungerjobs.

 

 

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