Aufgeklärte Sklavenhänder

Es wird Zeit, nicht nur die Statuen der Sklavenhalter von ihren Sockeln zu stürzen, sondern auch auf den falschen Nimbus der hochangesehenen Vertreter unter den Denkern hinter diesen Menschen-Entwerten hinzuweisen.

So wurden die “Wahrheiten” über den Menschen (in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776 als Grundstein unserer heutigen westlichen, demokratischen Werteordnung) als Naturrecht eines göttlichen Schöpfers veranschlagt. Dabei galten diese „Wahrheiten des Schöpfers“ erst mal nur für ca. 10% der Menschen in den USA: Für freie, weiße Männer mit Landbesitz.

1788 wurden dann, von den Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika im General-Kongress versammelt und sich in der Redlichkeit ihrer Gesinnungen auf den allerhöchsten Richter der Welt berufend, verkündet: Sklaven sind nur Drei-Fünftel-Menschen. Da sie also keine vollwertigen Menschen waren, hatten sie auch keine Menschenrechte und Menschenwürde. Doch fünf Sklaven ergaben drei Menschen bzw. drei Wählerstimmen für ihren Besitzer und diese zusammengerechnete Menschensumme rechtfertigte damit mehr Abgeordnete für den sklavenreichen, ländlichen Süden im Kongress.

Und dieses Wahlmännersystem existiert bis heute und hat keine einzige Präsidentenwahl der USA demokratisch, nach Anzahl der echten Wählerstimmen entschieden.

Und bis heute bestehen gerade auch die ärmsten Weißen im Süden darauf, mehr Wert zu sein als Schwarze. Dabei könnten sie sich, wenn sie ihn gelesen hätten, auf Immanuel Kant berufen. Denn er formuliert Ausführliches über den Wert von Rassen und ihre verschiedene Menschenqualität.

So wohnte immer schon unserem aufgeklärten Streben nach Fortschritt die latente Vorgabe inne, jemand wüsste, was die erfolgreichen Eigenschaften des Menschen sind – und was (zwangsläufig) minderwertig ist.

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