Danke Donald!

Wahrscheinlich wird Donald Trump der größte Umweltschützer der Welt – wenn auch unfreiwillig. Sie haben richtig gelesen: Seit Beginn der sogenannten Finanzialisierung und Digitalisierung, also seit der Jahrtausendwende mit ihrem Turbokapitalismus des billigen Geldes, der Globalisierung und den digitalen Billigeinkaufsmöglichkeiten weltweit, hat niemand mehr so auf die Bremse getreten, wie unser lieber Donald. Als tumber Tor aus Washington vermag er, was keine Klimakonferenz bisher vollbracht hat: Den weltweiten Turbohandel herunter zu fahren – was automatisch die Umwelt schont.

Denn die ewigen Warnungen von Klimawandel, Artensterben, Abholzung, Vermüllung der Meere usw. haben eine Ursache: Die Weltwirtschaft. Der durch die Globalisierung hervorgerufene Aufstieg der Billiglohnländer (vor allem China) zu Wirtschaftsmächten, deren Arbeiter immer mehr konsumieren, reisen, Energie und Wasser verbrauchen, verschärft die Lage auf der Erde. Aber dagegen geht ja jetzt Donald Trump vor.

Das dumme daran ist nur: Seine heimischen Arbeiter aus dem sogenannten „Rustbelt“ der USA, kaufen selbst schon lange keine USA Produkte mehr, sondern Billigware aus Fernost. So konnten sie ihre stagnierenden Gehälter bzw. ihre Arbeitslosigkeit kompensieren, sich immer noch einen konsumreichen westlichen Lebensstil mit Auto, Fernseher, Kühlschränken, Billigfleisch, Billigkleidung leisten. Was passiert wohl, wenn sie nun weiterhin durch Maschinen und Fernostproduktion ersetzt werden, aber die Billigangebote teurer werden? 

Unsere Bundesregierung war da schlauer: Sie hat den deutschen Arbeitern, im Gegensatz zu allen anderen Industriestaaten, weit weniger Lohnzuwachs gegönnt und gleichzeitig weit höhere Zölle erhoben. So kaufen Deutsche immer noch genauso teuer heimische Produkte wie Fernostprodukte, vor allem bei den technischen Geräten, die gleichzeitig in Deutschland immer noch recht günstig produziert werden (für Westverhältnisse). Der daraus entstehende Exportüberschuss wird lange kritisiert, hält aber unsere Arbeitslosenquote niedrig. 

Bleibt die Frage: Was passiert, wenn die Löhne der amerikanischen Arbeiter weiterhin für die einheimischen Produkte, die sie herstellen, zu hoch sind, was die Sachen so teuer macht, dass sie sich selbst diese Produkte nicht leisten zu können, weil sie dafür dann immer noch zu wenig verdienen? Unruhen? Ein Turbo-Donald an der Macht?

Vielleicht verkaufen die deutschen Autokonzerne zukünftig ein paar Autos weniger in den USA. Das würde den Status der Autos erhöhen und vielleicht einen normalen Milliardengewinn, statt einen exorbitanten Milliardengewinn (trotz Dieselkrise) bescheren. Mitleid muss man da nicht haben. Und wer mehr nach China verkaufen will, muss bessere Elektroautos entwickeln… 

Und wie gesagt: Wegen der Umwelt und der Roboterentwicklung müssen sich Wirtschaft und Menschen früher oder später ohnehin daran gewöhnen, dass diese Entwicklungen nur der Anfang sind. Denn über die Grenzen unserer Erde gibt es keinen Verhandlungsspielraum. Es werden die Menschen und ihr Lebensstil, ihre Anzahl sein, die am Ende in Frage stehen. Donald macht heute nur den Anfang, mit seinem Ausstieg aus dem „weiter so“! Wir akzeptieren ungerne Verluste, meiden jede Veränderung – der Druck muss groß sein, bevor wir umdenken. Also: Danke Donald!

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