Mutter ist nicht die Beste

Eine Mutter in Staufen hat, zusammen mit ihrem pädophilen Lebensgefährten, ihren Sohn missbraucht und im Internet anderen Männern angeboten. Das Jugendamt wusste um den bereits verurteilen pädophilen Freund der Mutter und hat ihr trotzdem ihr Kind zurückgegeben, weil man davon ausging, dass die Mutter das Kind schützen wird. Das hat sie damals vor Gericht auch so versprochen. Und sowohl erfahrene Jugendrichter und erfahrene Jugendamt-Mitarbeiter haben ihr das geglaubt: Man konnte sich so eine Tat von einer Mutter ja nicht vorstellen, wird jetzt entschuldigend behauptet. Und auch wenn „das Volk“ dem wohl zustimmen würde, ist das eine falsche, um nicht zu sagen verlogene Ausrede. Denn jeder, der beruflich mit Müttern zu tun hat oder mit psychologischen Patienten, die ja alle eine Mutter haben, weiß, dass schlimme Mütter mindestens so schlimm und häufig sind, wie schlimme Väter. Die Mutterschaft macht Frauen nicht zu Heiligen. Vielfach passiert genau das Gegenteil: Der Egoismus und eine moralische Skrupellosigkeit brechen bei Frauen gerade durch die Mutterschaft erst deutlich hervor.

Mag der Fall aus Staufen auch extrem sein, sexueller Missbrauch von Frauen an ihren Kindern ist nicht selten – doch kommt er noch seltener ans Tageslicht, als bei männlichen Tätern. Rechtlich verfolgt werden sexuell übergriffige Mütter meist nur, wie im Fall von Staufen auch, wenn die Mutter zusammen mit einem männlichen Täter auffliegt. Die Opferhilfestellen haben in einer Studie nachgewiesen, dass mindestens 20% der Taten von Frauen begangen werden; die Uni Regensburg hat noch extremere Zahlen erforscht – wobei das „Wegsehen“ bzw. Zulassen von Missbrauch am eigenen Kind in diesen Studien nicht mit einberechnet sind.

Doch auch im Alltag gibt es vielfachen Missbrauch an Kindern durch Mütter – wenn auch ohne sexuelle Übergriffe. Mütter lassen ihre Launen an ihren Kindern aus (die können ja nicht weg und sind von Natur aus verdammt dazu, ihre Mütter zu lieben, egal wie schlimm die sich verhalten). Mütter setzen ihre Kinder unter Druck (um sich mit den Leistungen der Kinder zu profilieren: „Warum hat den die XY wieder eine bessere Note gehabt als Du?!“). Mütter setzen ihre Kinder erpresserisch gegen die Väter ein, fordern für sich, über die Kinder, Versorgungsansprüche ein. Viele Mütter fühlen sich über ihre Kinder das erste Mal im Leben mächtig und gebraucht und anerkannt – und wollen die Macht solange wie möglich erhalten. Sie drücken sich, mithilfe der Kinder, vor die Rückkehr an den Arbeitsplatz. Sie führen mit anderen Müttern Konkurrenzkämpfe, um die hübscheren, braveren, intelligenteren Kinder usw., usw.. Jeder von uns kennt solche Mütter, die ihre Kinder für ihr eigenes Mutter-Wohl grenzwertig oder deutlich grenzüberschreitend missbrauchen.

Erst vergangenes Wochenende habe ich so einen Missbrauch im Alltag wieder miterleben müssen. Auf einer Geburtstagsfeier eines Bekannten und Vaters dreier Kinder wurde von der Mutter eine große „Perfekte Familien-Show“ inszeniert. Die Kinder mussten – in perfektem Englisch – (die Gäste waren international), eines nach dem anderen, Gedichte und Liebesbekundungen vor Publikum an den Vater richten. Und jedes Mal erntete die Mutter Lob und Erstaunen, ob der Fähigkeiten ihrer Kinder und deren Mut, vor 70 Leuten vorne auf der Bühne geschliffen in einer fremden Sprache zu reden. Und nach jedem Auftritt sprang sie vom Platz auf und schloss – vor allen Geladenen – den geliebten, erfolgreich dressierten Nachwuchs in die Arme – und genoss mit ihnen den Applaus. Die Kinder – 10 bis 18 Jahre – hatten dem mütterlichen Plan Folge zu leisten, genauso wie auch schon auf den tausenden Fotos, die von ihnen auf Facebook seit Jahren existieren. Immer adrett aussehend, wird damit von ihrer Mutter ihr aktuelles Zeugnis (leider nur ne 3 in Mathe, aber dafür Englisch und Deutsch ne 2), Liebesleben (Marie hat ihren ersten Freund), Krankheiten (mit Durchfall auf dem Töpfchen, mit Masern im Bett, mit bemaltem Gips-Arm etc.) neue Kleidungsstücke (für den Abiball wurden 2000 Euro investiert, um u.a. ein Ballkleid in Barcelona zu kaufen), Spielzeuge (jedes Jahr neue Fahrräder) und Nahrungsgewohnheiten (Laura trinkt jetzt schon, wie der Papa, Kaffee; Max ist Vegetarier, mal sehen wie lang er durchhält, Zwinkersmily) der Welt mitgeteilt.

Spricht man solche Mütter auf ihre Taten an, verweist sie auf das Persönlichkeitsrecht ihrer Kinder, das sie ständig massiv für die eigene Anerkennung missbrauchen, warnt sie vor der „narzisstischen Dressur“ ihrer Kinder oder fragt sie nach dem Sinn des eigenen Lebens (jenseits der Kinder), verweisen solche Mütter oft darauf, dass doch viele andere Mütter dasselbe tun.

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